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Kerstin Jörgens als Wertungsrichterin bei der DM Professionals 2022 in Leipzig, Foto: privat

Zum 60. Geburtstag von Kerstin Jörgens

Unser heutiges Geburtstagskind stammt aus einer sprichwörtlichen Tanzfamilie. Kerstins Eltern Gert und Brunhild Jörgens gründeten 1960 in Leipzig eine Tanzschule, die bis heute ein hohes Ansehen genießt. Fünf Jahre später kam ihre Tochter in der Messestadt zur Welt. Bereits mit sechs Jahren begann sie mit dem Turniertanz und machte schon damals durch einen unbedingten Siegeswillen auf sich aufmerksam. Ihre Eltern waren zugleich die ersten Trainer und förderten das talentierte Kind. Ebenso teilten beide Brüder Jens und Fred die Hingabe zum Tanzsport. Kerstin Jörgens gewann das wichtigste DDR-Nachwuchsturnier, den Frösi-Pokal, mit ihrem ersten Tanzpartner Andreas Hanske gleich mehrmals. Beide galten seinerzeit als das erfolgreichste Kindertanzpaar der DDR. Im Alter von 15 Jahren setzte sie mit Bruder Jens ihre überragende Tanzsportlaufbahn im Amateurbereich fort. Insgesamt erreichte sie zwölf DDR-Meistertitel (Standard, Latein und 10 Tänze) sowie ebenso viele Meistertitel der sozialistischen Länder.

Doch Kerstin und Jens Jörgens wollten unbedingt Weltmeister werden. Dafür waren indes im zuständigen Kulturbereich der DDR die notwendigen Voraussetzungen nicht gegeben. Ein halbes Jahr vor dem kaum absehbaren Mauerfall 1989 flüchteten die Geschwister über die damalige ČSSR und Österreich nach Hamburg in die Bundesrepublik, wo zunächst das Tanzsport-Ehepaar Bernd Hörmann/Evelyn Hädrich-Hörmann sowie Tanzsport-Legende Gerd Hädrich große uneigennützige Unterstützung beim Neuanfang leisteten. Alsbald absolvierte sie in der Hansestadt die Trainer- wie Tanzlehrer-Ausbildung und war schon mit 24 Jahren als Trainerin für drei Tanzsportvereine tätig. Mitte der 1990er Jahre betreute Kerstin Jörgens bspw. gleich mehrere Amateur-Paare der Hauptgruppe S bis hin zu den Senioren im Finale Deutscher Standard-Meisterschaften (u. a. Allan u. Pamela Frank sowie Frank-Michael u. Karin Joka). Ebenso formte sie Professional-Paare wie Gerwin u. Betty Biedermann. Sie selbst trainierte bei Peter Beinhauer in Hamburg sowie englischen und norwegischen Trainern wie Tor Floisvyk. Das tanzsportlich erfolgreichste Jahr war 1992, als Kerstin und Jens Jörgens nach einem vierten Platz bei der EM im italienischen Cervia in der Berliner Deutschlandhalle ihre gemeinsame tanzsportliche Laufbahn mit dem WM-Titel bei den Professionals Standard (Kürtanz) krönten. Überdies feierten sie Erfolge als zweifache Deutsche Standardmeister sowie mehrfache Finalisten bei World- wie Europa-Cups und beendeten schließlich 1993 ihre aktive Profi-Karriere.

Nicht nur die herausragenden eigenen Titel auf dem Parkett sind bemerkenswert. Den exzellenten Ruf als Erfolgstrainerin verdankt Kerstin Jörgens neben dem notwendigen Talent ihrem zielstrebigen Charakter. Sie bezeichnet sich selbst als „extrem diszipliniert, ehrgeizig, fordernd“. Paare schätzen die „ehrliche, herzliche, zielorientierte, direkte Art“ und profitieren von ihrer „hervorragenden Beobachtungsgabe“. Diese grundlegenden Charaktereigenschaften konnte Kerstin Jörgens auch nach ihrem Wechsel in die Bundeshauptstadt 1999 erfolgreich auf hiesige Standardpaare übertragen. So gehören zu ihren Schützlingen u. a. vier Berliner Paare mit insgesamt sieben Weltmeister-Titeln: Vitam und Barbara Kodelja (2013), Martin u. Carolin Schmiel (2021), Fabian Wendt/Anne Steinmann (2018, 2024) sowie Gert Faustmann/Alexandra Kley (2022, 2023, 2024). Darüber hinaus hat sie Standardpaare zu etlichen Deutschen Meistertiteln, Vize-Meisterschaften und unzähligen Berliner wie Hamburger Meisterschaftssiegen im Seniorenbereich geführt. Alljährlich stehen zudem ihre Paare in den Finalrunden von Deutschen Meisterschaften. Zweifelsohne zählt sie damit zu den erfolgreichsten deutschen Trainern.

Von ihrem exzellenten Können als Trainerin profitieren seit etlichen Jahren gleich drei Berliner Tanzsportclubs (Askania TSC, Blau-Silber Berlin Tanzsportclub und btc Grün-Gold). Patentrezept ist das seit 2009 von ihr aufgebaute gemeinsame Trainerteam. Kerstin Jörgens bildet seither mit zwei DTV-Verbandstrainern - Bruder Fred Jörgens und Sven Traut - eine überaus erfolgreiche Troika, die ausgezeichnet miteinander harmoniert. Überdies ist sie als Wertungsrichterin im Deutschen Professional Tanzsportverband e.V. (DPV) tätig.

Was Kerstin Jörgens außerdem glücklich macht? Natürlich Tochter Cindy, deren aktuelle tanzsportliche Erfolge auf dem Parkett mit Pascal Etzold wohl „nicht weit vom Stamm fallen“.

Der Landestanzsportverband Berlin gratuliert Kerstin Jörgens zum 60. Geburtstag mit dem Wunsch, weitere erfolgreiche Jahrzehnte für den Tanzsport feiern zu dürfen.

Archivbeauftragter Dirk Ullmann für das LTV-Präsidium

Latein-Meisterschaften der Jüngsten

Auch für die jüngsten Paare ist das Turnierjahr 2025 in Berlin und Brandenburg gestartet - und dies gleich mit dem regionalen Saisonhöhepunkt in den lateinamerikanischen Tänzen: zu den gemeinsamen U19-Landesmeisterschaften der unteren Leistungsklassen hatten die beiden Landestanzsportverbände in den Tempelhofer Lindenhof eingeladen. An der Eythstraße und beim TTC Carat  sahen die Zsuchauer über 40 startende Paare und viele strahlende Gesichter bei den Siegerehrungen (auf dem Foto jene der Jugend C).

Neben den jeweiligen Landesmeistertiteln in acht Starklassen qualifizierten sich die Allerjüngsten (die Paare der Kinder C-Klasse) für deren Deutsche Meisterschaft Anfang März in Stuttgart.

Die Berliner Latein-Meister 2025 heißen:

Kinder D Latein: Mikhail Shevchenko/Michelle Drozdova (TSZ Phönix Berlin)
Kinder C Latein: Allan Serpilin/Alisa Macovei (TSZ Phönix Berlin)
Junioren I D Latein: Anton Rosenbaum/Miroslava Lunina (OTK Schwarz-Weiß 1922 im SCS Berlin)
Junioren I C Latein: Andrii Rudyi/Nina Dankova (TSZ Phönix Berlin)
Junioren II C Latein: Mykola Shkolnyi/Vlada Kuznetsova (Tanz Akademie Berlin)
Jugend D Latein: Lukas Kroll/Isabel Ina Neira Schreiber (Blau-Weiss Berlin)
Jugend C Latein: IvanKovalevych/Mariia Medvedeva (TSZ Phönix Berlin)

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