Disqualifikation, Frau Bezirksbürgermeisterin!

Per Presse-Mitteilung des Bezirks mussten die (Tanz-)Sportler*innen im Südwesten am 18. Februar erfahren, dass die dortige Bezirksbürgermeisterin, Cerstin Richter-Kotowski, dem Senat das Cole-Sports-Center (CSC) als Testzentrum zur Verfügung gestellt hat: Bezirk Steglitz-Zehlendorf stellt dem Land Berlin das Cole-Sports-Center als Corona-Testzentrum zur Verfügung!

Und dies ohne vorherige Absprache oder irgendeine Kommunikation an den Bezirkssportbund Steglitz-Zehlendorf, den LSB Berlin, einen Fachverband und - noch viel schlimmer - an die Nutzer des Cole-Sports-Center.

Noch eigenmächtiger erscheint das Handeln der Bezirksbürgermeisterin, wenn man weiß, dass das bezirkliche Sportamt in diese finale Entscheidung ebenso wenig eingebunden war, wie - offenbar - auch der zuständige Bezirksstadtrat für Sport nicht informiert wurde (und erst auf die Fragen des Sports davon erfuhr).

Gemäß TSO gibt es dafür von uns nur eine Reaktion: Disqualifikation, Frau Bezirksbürgermeisterin, und letzter Platz im Turnier!

Dies auch vor folgenden Hintergründen:

a) Ende Januar tagte der Arbeitskreis Sport des Bezirks. Damals gab es Gerüchte, das Cole-Sports-Center würde in Bälde als Impfzentrum genutzt werden. Im Protokoll der Sitzung vom 28. Januar ist festgehalten, wie die Vertreterin des Sportamts auf diese konkrete Frage seitens des Tanzsportvereins antwortet: "...das CSC ist nicht als Impfzentrum eingeteilt". Das klingt im Nachhinein wie "Niemand hat die Absicht...", denn nun wird es ja kein Impf-, sondern ein Testzentrum auf persönlichen Wunsch von Frau Richter-Kotowski. Gegenfrage: Wieso kann dafür nicht das bezirkliche Rathaus (u.a. mit dem Bürgersaal) genutzt werden, denn nach der Empfehlung der Bundesregierung sollen Arbeitsgeber doch, wo immer möglich, Home Office umsetzen? Insofern sollte im Gebäude an der Zehlendorfer Kirchstraße doch ausreichend Platz für ein Testzentrum vorhanden sein.

b) Der im CSC ansässige Tanzsportverein muss auch in den Monaten des Lockdowns, wie alle Berliner Sportvereine, welche Liegenschaften und Räume der öffentlichen Hand angemietet haben, weiter die volle monatliche Miete bezahlen. Mit der im letzten Jahr verabschiedeten neuen (Folge-)Sportanlagennutzungsverordnung ist der Mietpreis für diese Mietverhältnisse zum Jahresbeginn 2021 planmäßig erhöht worden. Während andere deutsche Großstädte, wie zum Beispiel Stuttgart, auf die Mietzahlungen der Sportvereine selbstverständlich verzichten, kassiert das Land Berlin munter weiter, gibt keinen Nachlass und verzichtet auch nicht auf die Mieterhöhung.

Ein solches Gebahren der Politik auf Bezirks- und Landesebene ist absolut inakzeptabel. Insofern haben Bezirkssportbund, Landessportbund Berlin und Landestanzsportverband Berlin hier auch deutliche Worte gefunden.

LSB-Präsident Thomas Härtel wandte sich umgehend an die zuständigen Senatoren für Gesundheit und Sport, Kalayci und Geisel. In dem Brief (siehe pdf-Dokument unten) schrieb er:

"Diese Aktion ist ein höchst unerfreuliches Déjà-vu. Wie schon nach der Ankunft von Geflüchteten in Berlin werden dem Sport teilweise kommunikationslos Grundlagen entzogen. Die entscheidende Frage aus jener Zeit muss jetzt neu gestellt werden. Wie sollte der für seine Integrationsleistung immer wieder gelobte Sport Menschen einbinden, wenn ihm die Sportanlagen dafür fehlen? Jetzt würde die Frage lauten: Wie soll der Sport seinen ebenfalls unzählig anerkannten Beitrag zur körperlichen und psychosozialen Gesundheit leisten, wenn ihm dafür Flächen weggenommen werden?
Wir gehen davon aus, dass diese Umwidmung eine Ausnahme bleibt, damit die Sportvereine in Berlin das tun können, was in diesen Tagen dringender denn je nötig ist: Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern. Und vor allem bitten wir um möglichst zeitnahe Information. Diese Art von Vorgehen entspricht nicht unseren Vorstellungen einer frühzeitigen Beteiligung, die der Senat doch selbst immer wieder betont. Diese würde unsere Kommunikation mit unseren Vereinen wesentlich erleichtern und sicher eher Verständnis als Ablehnung finden."

Der Brief ging zugleich in Kopie an die Bezirksstadträte aller Berliner Bezirke um zu verdeutlichen, dass wir Fairplay von der Politik einfordern und sofort öffentlich kritisieren, wenn die Politik beginnt, Fouls zu begehen. Und Berliner Sportler*innen fordern endlich Perspektiven. Hierzu gibt es konkrete Vorschläge, welche die Politik bislang ignoriert.

Der Arbeitskreis der Berliner Bezirkssportbünde, in dem die 12 bezirklichen Sportdachverbände ihre Arbeit koordinieren, konnte erstmals (!) überhaupt bei seinem sportpolitischer Austausch den Staatssekretär für Sport, Alexander Dzembritzki, in einer Videokonferenz am 19. Februar begrüßen. Man kann sich schon fragen, was ein für Sport zuständiger Sportstaatssekretär in den vergangenen 12 Monaten Wichtigeres zu tun hatte, als mal mit den Vertretern des (bezirklichen) Sports zu kommunizieren. Aber nun gut.

"Leider hat das Gespräch für den Berliner Vereinssport kein konkretes Ergebnis hervorgebracht. Nach wie vor fehlt es an einem konkreten Konzept der Senatsverwaltung für Sport für die Zeit nach Beendigung des Lockdowns. Zu einer digitalen Lösung zur Erfassung der Teilnahme am Sport hat sich der Staatssekretär überhaupt nicht geäußert" mussten die Bezirkssportbünde am Ende des Gesprächs in der Pressemitteilung (siehe pdf-Dokument unten) konstatieren.

Als sich der Regierende Bürgermeister vor rund zwei Wochen zu der Aussage hinreißen ließ, Sport sei wieder denkbar, wenn der Inzidenzwert bei 10 läge, waren selbst Experten überrascht. Die Reaktion der bezirklichen Amtsärzte dürfte bekannt sein - die Berliner Politik möge sich bitte nicht allein an Inzidenzwerte klammern, sondern mit Augenmaß und im Sinne des Gesundheitsschutz auf die validen Vorschläge u.a. des Landessportbund Berlin eingehen.

Das in Stufen eingeteilte Modul-Konzept des Berliner Sports (siehe pdf-Dokument unten) ist ein Kompromiss, der noch immer nicht allen Sportarten und deren Disziplin in jedem Detail ganz genau gerecht werden kann. Aber der Berliner Sport hat wenigstens einen Plan, während die Politik weiterhin planlos und opportunistisch zu agieren scheint. Da mag der Wahlkampf eine Rolle spielen, aber damit kann man und frau sich auch verspielen.

Thorsten Süfke, Präsident Landestanzsportverband Berlin

Solo-Tanz-Online-Wettbewerb „Jive-Challenge 2021

Die Mitglieder der Berliner Tanzsportvereine sind herzlich eingeladen zum Solo-Tanz-Online-Wettbewerb „Jive-Challenge 2021“ im Monat März.

Dieser Wettbewerb ist offen für alle Freizeit-, Breiten- und Leistungssportler, die allein (Solo) zu Jive-Musik tanzen (keine Paar/Duo-Darbietung!). Bewertet werden (gleichgewichtet) Kreativität, Musikalität und tanztechnische Grundlagen.

Der Wettbewerb wird unterteilt in Turnier- sowie Freizeit- und Breitensport. Die Altersgruppen sind:
Turniersport: Kinder, Junioren I und II, Jugend, Hauptgruppe sowie Senioren (I bis..)
Freizeit- und Breitensport: Altersgruppe bis 12 Jahre, Altersgruppe 12-18 Jahre und Altersgruppe Ü18.
Ggf. werden einzelne Altersgruppen nach Meldeschluss zusammengefasst.

Die Meldung erfolgt per E-Mail an info@ltv-berlin.de bis zum 10. März 2021. An die Absender-Mailadresse erfolgt die weitere Kommunikation seitens der Geschäftsstelle.

Die Bewertung der Starter erfolgt mittels des hochgeladenen Videos. Bei Teilnahme ist von allen Startern eine Einwilligungserklärung zur Verwendung des eingereichten Videos einzureichen. Bei minderjährigen Tänzern unterschreiben zusätzlich die Erziehungsberechtigten. Ohne eine vorliegende Einwilligungserklärung kann das eingereichte Video nicht verwendet werden. 

Die Videos sind bis zum 15. März 2021 um 23:59 Uhr auf einer nach dem Meldeschluss mitgeteilten Website in eine Cloud hochzuladen. Die Richtlinien beinhalten auch Tipps für die Video-Aufnahme, damit eine möglichst optimale Bewertung erfolgen kann.

Weitere Informationen sind zu finden unter Sport > Online-Wettbewerbe oder hier.

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